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Streicherensemble im Düsseldorfer Landtag

Schüler gestalten musikalisches Programm bei einer Ausstellungseröffnung im Landtag NRW

„Völker entsagt dem Hass – versöhnt Euch! Dient dem Frieden in Freiheit – Baut Brücken zueinander!“ Mit diesem Leitspruch des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte begrüßte Landtagspräsident André Kuper die Gäste bei der Eröffnung der Kunstausstellung „Mitgebracht“ im Foyer des Düsseldorfer Landtags, bei der Musiker des August-Hermann-Francke-Gymnasiums Detmold unter der Leitung des Musiklehrers Johann Penner das musikalische Programm übernahmen. Mit dem Verweis auf das Zitat formulierte Kuper einerseits einen Rahmen für die Veranstaltung und andererseits ein Ziel für jede zivilgesellschaftliche Arbeit im bunten Deutschland. Dieses sei wahre menschliche Größe, wenn trotz aller Unterschiedlichkeiten und allen Konflikten zum Trotz Versöhnung und Frieden angestrebt werden. „Dabei denken wir auch an ein dunkles Kapitel, das tiefste Spuren auf dem Leidensweg der Russlanddeutschen hinterlassen hat: Eine ganze Bevölkerungsgruppe wurde allein aufgrund ihrer deutschen Herkunft staatlichen Repressionen und einer gesellschaftlichen Ächtung ausgesetzt, nicht nur während des Krieges, sondern über Jahrzehnte: Massendeportationen, Zwangsarbeit in Todeslagern, ein Leben unter Sonderaufsicht in ausgewiesenen Siedlungsgebieten“, so Kuper. 

Im Düsseldorfer Landtag findet zurzeit eine Ausstellung des Fotografen Eugen Litwinow und des Künstlers Nikolaus Rode statt, unter den Titel „„Mitgebracht. Eugen Litwinow – Nikolaus Rode. Erfahrungswelten russlanddeutscher Künstler“. Die Kunstwerke der Ausstellung geben einen Einblick in die Herkunft, Namen und Identitäten Deutscher aus Russland. Zu der Eröffnung der Ausstellung waren auch Schüler des AHF-Gymnasiums eingeladen, um an der Ausstellung teilzunehmen und diese mit Musik zu begleiten. Mit sowohl klassischen Werken wie auch kirchlichen Chorälen trugen sie zu einem sehr geschätzten emotionalen Ausgleich zu den Wortbeiträgen im Programm bei. An der Eröffnungsveranstaltung nahmen mit Grußworten neben dem Landtagspräsidenten auch der Parlamentarischen Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft Klaus Kaiser teil, der Landesbeauftragter für Aussiedler Heiko Hendriks, sowie der Direktor der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Hauses – Deutsch-osteuropäisches Forum Prof. Dr. Winfrid Halder und der Landesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. in NRW Dietmar Schulmeister. Die Kunstausstellung von Rode erinnert an die Zeit der Sowjetdiktatur, als eine ganze Bevölkerungsgruppe aufgrund ihrer deutschen Herkunft und weltanschaulichen Überzeugungen staatlichen Repressionen und gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt war. Die Fotoausstellung „Mein Name ist Eugen“ soll konkrete Einblicke in das Leben junger Russlanddeutscher ermöglichen und dokumentiert zugleich Chancen und Herausforderungen des Aufwachsens in einer neuen, wenn auch teils vertrauten Kultur.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland NRW, der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus/Deutsch-osteuropäisches Forum und dem Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte Detmold, die durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde.