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Drei Tage im Labor in Göttingen

Es ist schon Tradition am AHF-Gymnasium und so hat sich auch der jetzige Biologie-LK aus der Q1 zusammen mit dem Physik-LK am Montag, dem 25. Februar, in der Frühe zum XLAB aufgemacht, um drei Tage Laborarbeit und die Universitätsstadt Göttingen kennenzulernen.

Den ersten Tag beschäftigten wir uns intensiv mit der Lichtreaktion der Fotosynthese, und von unserem sympathischen Dozenten wurde uns gleich klar gemacht, dass die Fotosynthese nicht ein Thema wie jedes andere sei, denn sie ernährt fast die gesamte Welt des Lebendigen und ist damit der wichtigste biochemische Vorgang auf diesem Planeten. „Das kann nicht jeder, dazu muss man gebaut sein!“ – Gemeint war der Farb-Stoff Chlorophyll, der zur Anregung durch Licht und zur Weiterleitung dieser Anregungsenergie fähig ist. Auch haben wir gelernt, dass die Carotinoide das Blatt vor zu viel Lichtenergie und den zerstörerischen Folgen schützen, indem sie das Zuviel an Energie aufnehmen und in Form von Wärme abgeben. Es ist wirklich ein Wunderwerk, so ein grünes Blatt, das wir anschließend praktisch auf Blattfarbstoffe, deren Lichtaufnahme und Elektronenabgabe untersucht haben. „Wenn man die ganze Sache versteht, braucht man nicht so viel zu lernen!“ war sein guter und treffender Rat für unseren Kurs im Hinblick auf das Abitur.

Nach vielen tausend Schritten zu Fuß bis zur Jugendherberge und einem kurzen Besuch in der schönen Innenstadt von Göttingen fielen alle recht früh ins Etagen-Bett, um am nächsten Tag - nach einem ordentlichen Frühstück und einem erneuten Fußmarsch zum Nordcampus - Experimente zur Gentechnik vorzunehmen. Wir haben das Gen für ein rot oder grün fluoreszierendes Protein aus Bakterien isoliert und in eine Zellkultur von Säugerzellen übertragen, so dass diese Zellen einen Tag später unter dem Mikroskop mit UV-Licht tatsächlich rot oder grün geleuchtet haben. Dabei hat jeder alle wichtigen molekularbiologischen Techniken praktisch kennengelernt - Pipettieren mit Mikropipetten, Vortexen (= Rütteln), Zentrifugieren, PCR, Gelelektrophorese – und unsere Dozentin hat uns aufgrund der guten Ergebnisse bescheinigt, wie sauber wir dabei gearbeitet haben.

In den Mittagspausen durften wir bei schon frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein das Studentenleben auch in der Mensa (aus)kosten. Am zweiten Nachmittag haben wir endlich den optimalen Fußweg vom XLAB zur Jugendherberge gefunden, allerdings führte uns die Suche zunächst über abenteuerliche Pfade, auf denen wir Bach und Dickicht überwinden mussten. Abends haben wir uns beim Wahrzeichen der Stadt, dem Gänseliesel-Brunnen am Alten Rathaus, getroffen und sind zusammen in eine Pizzeria eingekehrt.

Diese Exkursion ist in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn: Neben den fachlichen und praktischen Inhalten, die uns beim Abitur helfen sollen, haben wir den naturwissenschaftlichen Hochschul-Alltag ausprobiert – und: die gemeinsamen Erlebnisse auf der Fahrt mit der Gruppenarbeit im Labor und der langen Tafel beim Abendessen beflügeln auch das Miteinander im Kurs. Hoffentlich nachhaltig.