Tageslosung
Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.
Psalm 118,21
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Samstag, 04. Februar 2012
Schüler holen sich Rat
Lippische Landeszeitung
Mittwoch, 22. Februar 2012
Elternforum am 8.3.2012: Vortrag zum Thema "Mobbing- Wenn Kinder Kinder fertigmachen"
Dieser Vortrag wird referiert von Miep Runck, Lehrerin, Seelsorgerin und christliche Lebensberaterin

Alte Städte, Strand und sehr viel Sonne – Italien im September 2011

Nachdem wir sie uns ein ganzes Schuljahr und sechs lange Ferienwochen herbeigesehnt hatten, war es zu Beginn dieses Schuljahres endlich so weit. Die "Studien"fahrt des Jahrgangs 12 nach Italien stand an. Da wir nach drei äußerst anstrengenden und nervenaufreibenden Schultagen endlich mal wieder Erholung brauchten, zog es uns am Samstagabend, pünktlich um 9 Uhr, alle auf den Parkplatz vor dem Schulgebäude, wo wir uns von unseren Eltern verabschiedeten und uns für die lange Fahrt bereit  machten. Bis dann aber auch der letzte Teilnehmer auf dem Parkplatz eintrudelte war es mittlerweile 22 Uhr und so mussten wir schnellstens aufbrechen, wollten wir denn im Zeitplan bleiben. Wir fuhren mit zwei Bussen, wobei sich bereits nach wenigen Stunden bemerkbar machte, wer mit welchem Bus das bessere Los gezogen hatte. Da der Großteil der Stufe in den ersten ein klein wenig moderner aussehenden Bus, wobei sich das modern eher auf die Aufschrift an der Außenwand des Fahrzeugs beschränkte, drängte, war in diesem nach kurzer Zeit jeder einzelne Platz besetzt, unter anderem auch von allen Lehrern, die da wären Herr Begemann, Frau Hörnle-Ohm, Herr Kaß und Frau Bartsch. Wir waren allerdings 80 Schüler, die in zwei Busse mit jeweils 50 Plätzen aufgeteilt werden sollten. Daraus ergibt sich, dass in dem anderen Bus für 30 Schüler 50 Plätze und somit für beinahe jeden zwei Plätze zur Ausbreitung zur Verfügung standen und der Bus zusätzlich komplett lehrerfrei war. Nach den üblichen ersten zwei Stunden der Aufregung und Begeisterung kehrte in den beiden Bussen Ruhe ein und es wurde, soweit denn möglich, geschlafen. Gegen Morgen, drängte sich in beiden Bussen der Wunsch nach einem Film auf. Da aber weder der Busfahrer noch die Schüler eine Logik hinter dem Kabelsalat hinter dem DVD-Player erkennen konnten, mussten wir auf die Fachkenntnis des anderen Busfahrers vertrauen, der uns bei der nächsten Rast dann mit einer äußerst aufwendigen technischen Meisterleistung (Kabel rein und gut is'!!) das Filmeschauen auf der restlichen Fahrt ermöglichte. Wobei wir dann beim nächsten Vorteil unseres Busses wären, denn die Anlage des anderen Busses schien nicht zu funktionieren. Auch wenn wir auf den höchstens 14" Bildschirmen und zusätzlich blendender Sonne so gut wie gar nichts erkennen konnten, war es doch recht unterhaltsam den Gesprächen von Abahachi, Ranger und Winnetouch zuzuhören. Gegen Abend kamen wir endlich am Hotel an. Als wir ausstiegen bekamen wir zu Gesicht, worum uns der Sommer zu Hause die gesamten Ferien betrogen hatte: Sonne! Und zwar reichlich davon. Wir verließen also die Busse bei gefühlten 50°C, in freudiger Erwartung der schönen Tage, die uns bevorstanden; bis wir den rechteckigen Bau sahen, der mehr einem Staatsgefängnis glich als dem Hotel, das es angab zu sein und in dem wir die nächsten fünf Tage nächtigen sollten. Da wir aber nach der langen Fahrt relativ hungrig waren, bezogen wir schnellstmöglich unsere Zellen, äh Zimmer, und machten uns auf den Weg Richtung Restaurant. Das Restaurant machte auf den ersten Blick sogar einen recht ordentlichen Eindruck. Es gab ein Buffet, bei dem es allerdings keine besonders große Auswahl gab. Zusätzlich gab es noch verschiedene Salat- und Gemüsesorten, wobei vor allem die Essiggurken zu erwähnen seien, die vermutlich bereits als kleine Pflanze mit Essig gedüngt wurden und bei denen jeder Unwissende beim Essen dieser "Delikatesse" augenblicklich das Gesicht verzog. Nach dem Essen suchten wir dann den Pool auf. Auch dieser sah auf den ersten Blick recht ansehnlich aus. Allerdings zeigte sich, dass das Hineinspringen im Zusammenspiel mit dem Ignorieren eines "Wassertiefe: 80 cm"-Schild, äußerst schmerzhaft sein kann, was uns aber nicht davon abhielt es wieder und wieder zu machen. Der zweite Pool erwies sich dann auch nicht als viel tiefer als der erste und so entschlossen sich einige dazu, den Strand auszukundschaften. Viel Zeit blieb allerdings nicht dafür, denn um 20.30 Uhr trafen sich alle an der Küste auf den Steinen, um den Tag abzuschließen, ein wenig zu singen und eine kurze Andacht von einem der Schüler zu hören. Diese Treffen gab es jeden Abend. Den Rest des Abends hatten wir dann freie Zeit. Es wurde zwar keine bestimmte Uhrzeit vorgeschrieben, zu der wir schlafen gehen sollten, da aber im Hotel ab 24 Uhr Nachtruhe war, waren die meisten vor 24 Uhr auf ihren Zimmern, denn  wer durch zu lautes Auftreten nach 24 Uhr auffiel, konnte es leicht mit dem Nachtwächter zu tun bekommen, den wir liebevoll "Silenzio" nannten, was übersetzt "Ruhe!" bedeutet, da das das einzige Wort war, dass wir verstehen konnten, als er in unser Zimmer stürmte.

 

Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht kamen wir morgens zum Frühstück ins Restaurant. Das Frühstück war den deutschen Ansprüchen (Brot + Nutella) gewachsen und so waren alle recht zufrieden, als wir um 10 Uhr in die Busse einstiegen, um unsere erste Stadt zu besichtigen. Diese hieß Lucca und war ca. eine Stunde von unserem Hotel entfernt. In Lucca wanderten wir zunächst auf der Stadtmauer entlang und hörten uns mehrere Kurzreferate von einigen der Schüler, zu wichtigen Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadt, an. Nachdem wir ungefähr die Hälfte der Stadtmauer hinter uns hatten, gingen wir hinunter in die Innenstadt, wo uns mitgeteilt wurde, dass uns nun ein wenig freie Zeit in Kleingruppen zur Verfügung stehe. Diese nutzten wir natürlich aus und so ließen wir uns von unseren hungrigen Mägen in die nächste Pizzeria führen. Dort bestellten wir uns allerdings nur eine Margaritha, da wir nicht mehr Geld als nötig ausgeben wollten. Aus diesem Grund wunderten wir uns besonders, als auf unserer Rechnung auf einmal ein Euro pro Person mehr für den Service berechnet wurde. Da der Besitzer des Ladens aber partout kein Englisch mit uns sprechen wollte, oder wir das, was er sprach, zumindest nicht als Englisch identifizieren konnten, gaben wir dem „gierigen“ Gastwirt sein Geld und gingen hinaus, wo wir dann andere Leute aus der Stufe trafen, die es noch schlimmer getroffen hatte. Diese durften ganze 4 Euro (pro Person) zusätzlich zahlen, da es für die Bedienung eine solche Qual war, fünf Meter weiter nach draußen zu gehen. Als wir uns dann darüber ausgelassen hatten, dass alle Italiener Halsabschneider sind und allesamt zur Mafia gehörten, verbrachten wir noch die restliche Zeit auf der Stadtmauer, schossen Fotos und verhandelten mit Schwarzhändlern ändlern über den Preis verschiedenen Produkten. Durstig und müde wie wir waren, freuten wir uns auf die kühle Rückfahrt im Bus. Bis zum Abendessen blieb uns noch ein wenig Zeit und so verbrachten einige von uns die Zeit im Pool, einige am Strand und einige in dem nahe gelegenen Ort, um einen Supermarkt zu suchen. Nach dem Abendessen, das von Abend zu Abend besser wurde, und weiterer freier Zeit, trafen wir uns am Abend wieder mit der ganzen Stufe, dieses Mal allerdings aus Beleuchtungsgründen nicht am Strand, sondern auf dem Hotelgelände in der Nähe des zweiten Pools. Wir sangen und es gab wieder ein kleines Thema von einem der Schüler. An diesem Abend erklärte uns Debbie ein Spiel, das sich über die ganze Stufenfahrt zog. Es hieß 'Mörder' und das Ziel des Spieles war es möglichst viele Leute zu "töten", indem man ihnen etwas in die Hand gibt und die Person es annimmt. Man durfte aber nur die Person "töten", die auf dem Zettel stand, den man gezogen hat. Hatte man jemanden getötet, bekam man den Zettel der Person und somit sein nächstes Opfer.

 

Am Dienstagmorgen mussten wir sehr zeitig aufstehen, denn es ging nach Florenz, und da wir dort möglichst viel Zeit zur Verfügung haben wollten, ging es bereits um 8.30 Uhr los. Also frühstückten wir schnell und stiegen in die Busse, um in Richtung der ehemals größten und schönsten Stadt Italiens zu fahren. Tatsächlich war Florenz sehr beeindruckend. Um nicht mit einer riesengroßen Gruppe durch die Straßen gehen zu brauchen, teilten wir uns in zwei Gruppen auf, die eine von Herrn Begemann und Frau Hörnle-Ohm angeleitet, die andere von Herrn Kaß und Frau Bartsch. Da sich die Orientierung auf einem Stadtplan für einige unserer Lehrkräfte als äußerst schwierig erwies, dauerte es eine Weile bis sich unsere Gruppe, nach der Erkundung mehrerer Sehenswürdigkeiten, beim Dom eingefunden hatte. Die Schönheit des Doms allerdings war überwältigend. Trotz der langen Wartezeit hat sich der Aufenthalt in dieser wirklich sehr sehenswerten und vor allem großen Kirche mehr als gelohnt. Die freie Zeit, die daraufhin folgte, nutzten wir dann, um Souvenirs und Postkarten mit zweifelhaften Motiven zu kaufen, einen Mc Donalds zu suchen und am Bahnhof Durak zu spielen und dabei Leute zu beobachten. Als es dann Zeit für die Abfahrt war, wir waren mit dem Zug nach Florenz hineingefahren, da in der Stadt keine Autos erlaubt sind, war in den Wagons fast alles besetzt. So musste ein Großteil von uns in den Verbindungsteilen zwischen den Wagons Platz finden, in denen es weder Fenster noch Klimaanlage gab. Das bedeutete, wir durften uns eine gefühlte Stunde bei ebenfalls gefühlten 1000°C die Seele aus dem Leib schwitzen. Umso mehr freuten wir uns dann auf die kühlen Busse und die Getränke, die wir dort deponiert hatten. Am Abend verbrachten einige die Zeit am Strand, andere im Pool und einige in ihren „Zellen“. Um 21 Uhr trafen wir uns wieder für die Abendandacht. Nach dieser gab es wie immer freie Zeit, in der einige“ Black Jack“ spielten, andere sich mit den schwarzen Mitbewohnern im Hotel unterhielten und sich wieder andere bereits auf ihre Zimmer verzogen oder noch einen Spaziergang am Strand machten.

 

Der nächste Tag war als Studientag am Strand eingeplant. Mehrere Gruppen aus verschiedenen Biologiekursen hatten kleine Projekte vorbereitet und die anderen Schüler konnten sich zwei von ihnen aussuchen, die sie dann jeweils vormittags und nachmittags mitmachen sollten. Während sich eine Gruppe mit der Beschaffenheit des Meerwassers auseinandersetzte, waren die anderen Gruppen dafür verantwortlich, jedes nur mögliche Lebewesen aus dem Wasser zu befördern, um es zu untersuchen. Also verbrachten wir quasi den ganzen Tag am Strand und im Wasser. Was wir an diesem Tag gelernt haben, lässt sich leicht zusammenfassen. Zum einen hat Frau Hörnle-Ohm feststellen müssen, dass Krebse doof sind, da ihrer partout nicht wieder ins Wasser verschwinden wollte, sondern sich immer unter Fernandos Schuh verkrochen hat, da der Krebs dachte, es wäre ein Stein. Zum anderen haben wir gelernt, dass man die faulenden, stinkenden Überreste eines Tintenfisches lieber im Meer lassen sollte. Alles in allem war es ein sehr amüsanter Tag.

 

Am letzten Tag stand noch die letzte Stadtbesichtigung an. So stiegen wir wie schon üblich nach dem Frühstück in die Busse, um, dieses Mal nach Pisa zu fahren. Dort angekommen, konnten wir das Wahrzeichen der Stadt, den Schiefen Turm, begutachten. Bis allerdings alle aus der Gruppe glauben konnten, dass der Turm wirklich schief ist, dauerte es eine Weile. Nach einer kurzen Besichtigung des botanischen Gartens der Universität hatten wir wieder freie Zeit in der Stadt. Als wir zu den Bussen zurückkehrten, sahen wir uns einem Meer von Schwarzhändlern gegenüber, die unsere, ebenso wie alle anderen dort parkenden Busse, umzingelt hatten, um ihre "Original"-Rolex Uhren, Glücksbringer, Butterflies und Schlagringe zu verkaufen. Wieder beim Hotel angekommen, genossen wir noch unseren letzten Abend in der Toskana mit einer letzten gemeinsamen Andacht und einem kleinen Resümee der Fahrt, bei dem sich alle einig waren, dass wir diese gern jederzeit wiederholen könnten. Der Abend schien schon längst gelaufen zu sein, als sich um viertel vor 12 ein paar zwielichtige Gestalten dem Strand näherten, dort eine Decke ausbreiteten und Kerzen anzündeten. Es hatte sich herumgesprochen, dass eine bestimmte, allseits beliebte Lehrkraft am nächsten Tag Geburtstag haben sollte und was läge da näher als in den Geburtstag hineinzufeiern. Nichts ahnend wurde Frau Hörnle-Ohm unter einem Vorwand nach draußen geführt, wo sie dann relativ überrascht auf einmal ihrer gesamten Stufe gegenüberstand, die ihr ein Geburtstagslied sang und von ihr verlangte, die Kerze eines jeden Schülers auszupusten. Relativ glücklich über die gelungene Überraschung gingen dann die meisten in ihre Betten, denn am nächsten Tag sollte es schließlich schon wieder zurück in Richtung Regenwetter nach Hause gehen.

 

So verluden wir am nächsten Morgen pünktlich um 10 Uhr unsere Koffer in die Busse und betrachteten noch ein letztes Mal unser Hotel. Nach sechs vergleichsweise ruhigen Stunden Busfahrt machten wir Halt am Comer See, wo wir eine dreistündige Pause einlegten um uns noch einmal ein wenig vor der langen nächtlichen Fahrt zu bewegen. So kamen wir am Samstagmorgen in aller Frühe in Detmold an, wo uns unsere Eltern schon erwarteten. Als wir uns dann voneinander verabschiedet und noch ein dickes Lob seitens der Busfahrer „eingepackt“ hatten, fuhren wir alle todmüde nach Hause. Doch das ist noch nicht das Ende. Ein paar Stunden später, als wir alle mehr oder weniger ausgeschlafen waren, trafen wir unerwartet auf eine alte Bekannte, die wir in Italien kennen gelernt hatten: die Sonne. Wir waren so gute Freunde geworden, dass sie es offensichtlich im Süden nicht mehr ohne uns ausgehalten und es vorzogen hatte, uns nach Norden zu folgen. Also möchte ich sagen, ihr könnt uns dankbar sein, dass wir wenigstens für ein paar Tage die Sonne mit nach Deutschland gebracht haben.

 

Michael Rempel, Jahrgangsstufe 12