| Mai - 2012 | ||||||
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Ich bin sehr begeistert von dem Land und der Mentalität der Kanadier. Das kanadische Schulsystem hat mich überzeugt. Nicht nur, weil es genauso ist, wie man es in den vielen Hollywoodfilmen immer sieht, sondern weil das Lernklima sehr viel angenehmer ist als hier in Deutschland. Anstatt zwölf Fächer, hatte ich nur vier, die sich jeden Tag in einer anderen Reihenfolge wiederholt haben. Die Unterrichtsstunden dauern länger, ca. 75 Min, und nach jedem Halbjahr werden in jedem Fach Abschlussprüfungen geschrieben. Auch hat mir das große Angebot der AGs sehr gefallen - von Volleyball, über Basketball bis zum Schwimmen. Für Leute, die weniger sportinteressiert sind, gibt es die Möglichkeit Musik zu machen wie Chor oder Marchingband oder auch Schülerzeitung gestalten. Meiner Meinung nach ist das ein ziemlich breites Spektrum an Aktivitäten. Ein tolles Angebot, das ich hier vermisse, ist die Möglichkeit auf kleine Missionseinsätze mit der Schule zu gehen. An „meiner“ Schule in Kanada gab es jedes Jahr das Angebot für zwei Wochen in den Osterferien an Orte zu mitzufahren wie Thailand, Mexiko, Haiti und verschiedene Länder in Afrika. Das wäre eine Sache, die ich mir auf jeden Fall für unsere Schule wünsche.
Meine wertvollste Erfahrung war das Leben mit den Mitschülern. Jeder wird mit großem Respekt behandelt – ganz besonders Fremde. Während meines Aufenthalts habe ich in einer kanadischen Familie gelebt. Etwas, das neu für mich war, war, dass die Eltern ihre Kinder überall hingefahren haben, da das Bus- und Bahnsystem nicht so gut organisiert ist wie in Deutschland. Das Familienleben sonst ist in Kanada nicht anders als in Deutschland. Die drei Monate waren für mich sehr erlebnisreich. In der Zeit hat mich meine Gastfamilie mehrere Male zu Ausflügen in die USA mitgenommen, konnte so Seattle besichtigen und die traumhaft schöne Landschaft der Rocky Mountains sehen – nicht nur von Land aus, sondern einmal sogar aus dem Fallschirm aus. Das war mit Abstand das größte Highlight. Der Abschied war mit Abstand das schwierigste Erlebnis … - auch wenn ein Teil von mir in Kanada geblieben ist. So einen Austausch kann ich nur weiterempfehlen.